Fensterpreise haben eine ehrliche und eine unehrliche Spanne: Das Fenster selbst ist gut kalkulierbar, was Angebote unterscheidet, sind Montageart, Altbau-Nebenarbeiten und die Frage, ob der entscheidende Kennwert überhaupt drinsteht: der U-Wert, an dem die 15 % BAFA-Förderung hängen. Hier sind die realistischen Preise 2026 und die Punkte, die ein vergleichbares Angebot ausmachen.
Preise pro Fenster (Standardgröße, 3-fach, inkl. Einbau)
| Material | Preis pro Fenster | Charakter |
|---|---|---|
| Kunststoff | 600–1.100 € | Preis-Leistungs-Standard, pflegeleicht |
| Holz | 850–1.700 € | Wohngesund, streichintervallpflichtig |
| Holz-Aluminium | 1.000–2.100 € | Holz innen, wetterfest außen, Komfortklasse |
| Aluminium | 1.150–2.000 € | Schlanke Profile, große Formate |
Mit Sonderformaten, Schallschutz- oder einbruchhemmender Ausstattung (RC2) reicht die Spanne bis 600–2.800 € pro Fenster. Fürs ganze Einfamilienhaus (ca. 12 Fenster + Terrassentüren) sind 10.000–28.000 € realistisch.
Was den Preis wirklich treibt
- Montagestandard: Eine fachgerechte Montage nach RAL-Leitfaden (innen dichter als außen, gedämmte Anschlussfuge) kostet mehr als „einschäumen und Leiste drauf“, und entscheidet über Dichtheit und Schimmelfreiheit. Der Montagestandard gehört als Position ins Angebot.
- Altbau-Nebenarbeiten: Laibungen beiputzen, Innen-/Außenfensterbänke, Rollladen-Anpassungen, im Altbau schnell 100–300 € je Fenster zusätzlich. Fehlen diese Positionen, ist das Angebot optisch günstig und real unvollständig.
- Demontage und Entsorgung der Altfenster: meist enthalten, aber nur „meist“: nachlesen.
- Ausstattung: Sicherheitsbeschläge, Schallschutzglas, Sprossen, elektrische Rollläden. Jede Option einzeln ausgewiesen statt als Paketpauschale.
Förderung: der U-Wert ist die Eintrittskarte
Über die BEG-Einzelmaßnahmen zahlt das BAFA 15 % Zuschuss auf förderfähige Kosten bis 30.000 € je Wohneinheit und Jahr, wenn die neuen Fenster Uw ≤ 0,95 W/(m²·K) erreichen, der Antrag vor der Beauftragung gestellt ist und ein Energieeffizienz-Experte begleitet. Den iSFP-Bonus von 5 % gibt es seit dem 21. Juli 2026 nur noch oberhalb einer Mindestinvestition von 30.000 €, und auch dann nur auf den Betrag über dieser Schwelle. Ein reiner Fenstertausch erreicht das selten, daher rechnen Sie besser mit 15 %. Alle Details, U-Wert-Tabelle und Ablauf: BAFA-Förderung für Einzelmaßnahmen , und die Reihenfolge-Regeln in Förderung & Handwerker-Angebot. Ohne Förderung bleiben die Montagekosten über § 35a absetzbar.
Angebote vergleichen: darauf kommt es an
- Uw-Wert je Fenstertyp ausgewiesen (Fördergrenze 0,95)?
- Hersteller/Profil fest benannt, keine „gleichwertig“-Lücke?
- Montagestandard beschrieben (RAL/fachgerechte Abdichtung)?
- Altbau-Nebenarbeiten (Laibung, Fensterbänke, Rollläden) als Positionen?
- Demontage + Entsorgung enthalten?
- Aufmaß vor Ort statt Bestellung nach Ihren Laienmaßen? (Falschmaß ist sonst Ihr Risiko.)
Und wie immer: mindestens drei Angebote, gleicher Umfang, Positionen statt Endsummen vergleichen. Die 12-Punkte-Checkliste führt durch den Rest.
Häufige Fragen
Was kostet ein neues Fenster inklusive Einbau?
Ein Standard-Kunststofffenster (ca. 1,3 × 1,3 m, 3-fach-Verglasung) kostet 2026 inklusive Montage und Entsorgung des alten Fensters etwa 600–1.100 €. Holz liegt bei 850–1.700 €, Holz-Alu bei 1.000–2.100 €, Aluminium bei 1.150–2.000 €. Im Altbau liegen die Preise am oberen Rand, weil Laibungen und Fensterbänke Mehrarbeit bedeuten. Sonderformate, Schallschutz- oder Einbruchschutz-Ausstattung treiben den Preis Richtung 2.800 €.
Was kostet der Fenstertausch im ganzen Haus?
Für ein Einfamilienhaus mit rund 12 Fenstern plus ein bis zwei Terrassentüren sind 10.000–28.000 € realistisch, je nach Material, Altbau-Zustand (Laibungsarbeiten!) und Montagestandard (z. B. RAL-Montage). Kunststoff liegt im unteren Drittel, Holz-Alu im oberen.
Welche Förderung gibt es für neue Fenster?
15 % BAFA-Zuschuss über die BEG-Einzelmaßnahmen. Der iSFP-Bonus von 5 % greift seit dem 21. Juli 2026 nur noch, wenn die förderfähigen Kosten 30.000 € übersteigen, und dann auch nur auf den übersteigenden Betrag. Ein reiner Fenstertausch bleibt damit meist bei 15 %. Bedingungen: Uw-Wert der neuen Fenster höchstens 0,95 W/(m²·K), Antrag vor Auftragserteilung, Begleitung durch einen Energieeffizienz-Experten.
Warum muss der U-Wert im Angebot stehen?
Weil an ihm Förderung und Qualität hängen: „3-fach-Verglasung“ allein garantiert keinen förderfähigen Uw ≤ 0,95, der Wert hängt auch von Rahmen und Bauart ab. Ohne U-Wert im Angebot können Sie weder die Förderfähigkeit prüfen noch Angebote sinnvoll vergleichen.