Kaum ein Gewerk streut bei den Kosten so stark wie das Bad: Für dasselbe 8-m²-Badezimmer sind 8.000 € genauso realistisch wie 28.000 € — je nachdem, ob Leitungen und Estrich angefasst werden und welche Ausstattungsklasse Sie wählen. Dieser Artikel gibt Ihnen belastbare Spannen pro Quadratmeter, eine Beispielrechnung und die Positionen, an denen billige Angebote später teuer werden.
Richtwerte pro Quadratmeter (2026)
| Umfang / Standard | Kosten pro m² (inkl. Handwerker) | 8-m²-Bad gesamt |
|---|---|---|
| Modernisierung (Objekte + Fliesen, Leitungen bleiben) | ca. 800–1.200 € | ca. 8.000–10.000 € |
| Komplettsanierung, Standardausstattung | ca. 1.200–1.600 € | ca. 12.000–18.000 € |
| Komplettsanierung, gehoben | ca. 2.000–2.500 € | ca. 18.000–28.000 € |
Drei Einflussfaktoren verschieben jede dieser Zahlen: die Region (Ballungsräume wie München oder Hamburg liegen 15–25 % über ländlichen Gegenden), der Gebäudezustand (Altbau mit Bleileitungen oder Feuchteschäden sprengt jede Pauschale) und die Grundriss-Änderung — sobald WC oder Dusche den Platz wechseln, arbeiten Sie an Abwasserleitungen und Estrich.
Wo das Geld steckt: Beispielrechnung 8 m², mittlerer Standard
| Kostenblock | Größenordnung |
|---|---|
| Demontage, Schutt, Entsorgung | 1.000–2.000 € |
| Sanitär-Rohinstallation (Wasser/Abwasser neu) | 2.500–4.000 € |
| Elektroarbeiten (Auslässe, Spiegelschrank, ggf. FI) | 1.000–1.800 € |
| Estrich, Gefälle, Abdichtung (DIN 18534) | 1.200–2.000 € |
| Fliesen: Material + Verlegung (Boden + Wand) | 3.000–5.000 € |
| Sanitärobjekte + Armaturen (WC, Waschtisch, Dusche) | 2.500–4.500 € |
| Maler, Silikon, Kleinteile | 800–1.500 € |
Macht in Summe etwa 12.000–20.000 € — und erklärt, warum „Badsanierung ab 6.999 €“-Werbung fast nie ein vergleichbares Projekt meint. Auffällig für die Steuer: 50–60 % der Gesamtkosten sind Handwerkerleistungen (Stundensätze 2026: Sanitär 55–70 €, Fliesenleger 50–62 €) — davon holt § 35a 20 % bis zum Jahreshöchstbetrag zurück.
Die Positionen, die billige Angebote weglassen
- Verbundabdichtung der Dusche. Bei bodengleichen Duschen ist die Abdichtung nach DIN 18534 Pflicht — fehlt sie im Angebot, drohen Wasserschäden und ein Gewährleistungsstreit. Das ist der klassische Rotlicht-Befund in Bad-Angeboten.
- Estricharbeiten fürs Duschgefälle (Einschnitt, Gefälleestrich) — ohne sie funktioniert die bodengleiche Dusche schlicht nicht.
- Entsorgungskosten für Wanne, Fliesen, Schutt.
- Elektro-Anpassungen — im Altbau oft inklusive FI-Schutzschalter-Nachrüstung.
- Silikon-/Wartungsfugen und Endreinigung — klein, aber in Summe mehrere hundert Euro.
Wie Sie solche Lücken systematisch finden, zeigt die 12-Punkte-Checkliste — und beim Zahlungsplan gilt wie überall: 10–20 % Anzahlung sind üblich, 40 % sind es nicht. Baut der Umbau Barrieren ab (bodengleiche Dusche!), helfen außerdem KfW und Pflegekasse mit: welche Zuschüsse es fürs Bad gibt.
Häufige Fragen
Was kostet eine Badsanierung pro Quadratmeter?
Als Richtwert 2026: rund 1.200 €/m² für Standardausstattung, rund 2.000 €/m² für gehobene Ausstattung — jeweils inklusive Handwerkerleistungen. Die Gesamtspanne reicht je nach Umfang von etwa 800 bis 2.500 €/m². Reine Teilmodernisierungen (nur Fliesen, nur Objekte) liegen darunter.
Was kostet ein komplettes 8-m²-Bad?
Zwischen etwa 8.000 € (einfache Modernisierung ohne Grundriss-Änderung) und 28.000 € (Komplettsanierung mit neuer Leitungsführung und gehobener Ausstattung). Ein solides mittleres Komplettbad liegt meist bei 14.000–20.000 €.
Kann ich die Badsanierung von der Steuer absetzen?
Ja — 20 % der Arbeitskosten, bis 1.200 € pro Jahr (§ 35a EStG). Da bei Badsanierungen 50–60 % der Kosten Handwerkerleistungen sind, ist der Höchstbetrag schnell erreicht. Voraussetzung: Rechnung mit ausgewiesenem Lohnanteil und Überweisung.
Woran erkenne ich ein zu billiges Angebot?
An dem, was fehlt: Verbundabdichtung der Dusche (Pflicht nach DIN 18534), Estricharbeiten fürs Duschgefälle, Demontage und Entsorgung, Elektroarbeiten. Diese Positionen kommen später als Nachtrag zurück — dann ohne Vergleichsdruck zu Nachtragspreisen.